„Wenn der Patient mit einem Schnupfen in die Notaufnahme kommt.“

 
Foto: Stadler, SPD LK-Harburg
 

Dass diese Aussage weniger ein Spaß, als viel mehr bittere Realität in vielen deutschen Notaufnahmen ist, sollte uns wirklich zu denken geben.

 
Bremen ASG.jpg
 
Foto: Tobias Krick

Stellvertretende Vorsitzende der ASG Landkreis Harburg Tobias Krick

Beim Treffen der Norddeutschen ASGen (Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen) in Bremen hat der stellvertretende Vorsitzende der ASG Landkreis Harburg Tobias Krick, mit Vertretern aus den norddeutschen Bundesländern an einem gemeinsamen Positionspapier mitgewirkt.  

Die Situation der Notaufnahmen auch im Landkreis Harburg ist durch erschwerende Umstände geprägt. In einigen Kliniken in Niedersachsen sind Wartezeiten von 8-12 Stunden nicht unüblich. Als betroffener Patient kann diese Zeit sehr lang wirken, doch versucht man die Hintergründe zu verstehen, zeigt sich eine ganz andere Sichtweise. Ein wesentlicher Grund für die langen Wartezeiten und die hohe Arbeitsbelastung des Personals in den Notaufnahmen ist die steigende Patientenzahl. Gleichzeitig zeigen Krankenhausstatistiken, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Patienten auch durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst hätte versorgt werden können. Bei diesen Patienten handelt es sich nicht um „lebensbedrohliche Notfälle“, sondern teilweise auch um Patienten, die einfach nicht in die Notaufnahme gehören. Es ist den Notaufnahmen verboten Patienten wieder wegzuschicken. Also tuen sie ihr Nötigstes, um alle zu versorgen. Dies geschieht jedoch nach der Schwere der Erkrankung. Jeder Patient wird in einem so genannten „Triage System“ je nach Schweregrad seiner Symptome eingeordnet. So kann es sein, dass jemand mit sehr geringen Symptomen auch einmal 12 Stunden warten muss, weil es dringendere Fälle gibt, die versorgt werden müssen. Dieser Patient wäre vom ärztlichen Bereitschaftsdienst mit großer Sicherheit schneller versorgt worden.

„Wir als ASG Landkreis Harburg möchten unseren Teil zur Aufklärung beitragen und an den Rahmenbedingungen für die Notaufnahmen in unserem Land mitwirken“, so Tobias Krick. Dazu zählt auch noch einmal der Hinweis auf die zwei bestehenden Telefonnummern für Notfälle. Die Nummer 112 wählt man bei schweren, lebensbedrohlichen Notfällen. Die Nummer 116117 - der ärztliche Bereitschaftsdienst – ist für nicht lebensbedrohliche Notfälle. Diese Nummer ist auch am Wochenende oder nachts erreichbar. Das Positionspapier der Nord ASGen mit verschiedenen Lösungsvorschlägen zum Thema Notfallversorgung wird in Kürze veröffentlicht.

 
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    Gesundheit
 

 


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